Umsetzung und Unternehmensaufbau

Gründungsformalitäten

Bevor Sie loslegen können, müssen Sie Ihr Gewerbe gemäß Gewerbeordnung (Neugründung eines stehenden Gewerbes, Errichtung einer Zweigniederlassung oder unselbständige Zweigstelle) beim Gewerbeamt oder Ihre freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt anzeigen. Möglicherweise benötigen Sie auch eine Erlaubnis/Genehmigung zur Ausübung der selbständigen Tätigkeit oder es werden spezielle Anforderungen an Ihre Qualifikation, Räumlichkeiten etc. gestellt.

Machen Sie sich im Handwerk selbständig, müssen Sie sich vor Eintragung in die Handwerksrolle (Anlage A HwO) oder in das Verzeichnis der zulassungsfreien oder handwerksähnlichen Gewerbe (Anlage B HwO) mit der Handwerkskammer in Verbindung setzen.

Nicht-EU-Staatsbürger sollten überprüfen, ob ihnen eine selbständige oder vergleichbare Tätigkeit gestattet ist. Wenn sie bereits eine Niederlassungserlaubnis haben, können sie sich jederzeit selbständig machen.

Bei der Wahl einer geeigneten Rechtsform oder bei Eintragung als Einzelkaufmann (e.K.) bzw. als Gesellschaft (AG, OHG, KG, GmbH, UG) ins Handelsregister werden Sie auch von IHK und HWK unterstützt.

Wenn Sie Räume, die bisher anders genutzt worden sind, künftig als Betriebsräume nutzen möchten, müssen Sie eine Nutzungsänderung beim zuständigen Bauamt beantragen.

Für Gründungen im Bereich der Gastronomie oder im Bereich der Herstellung, Behandlung oder Inverkehrbringung von bestimmten Lebensmitteln (beispielsweise Fleisch, Fisch) muss eine Belehrung des Gesundheitsamtes oder eines beauftragten Arztes nach dem Infektionsschutzgesetz vorliegen.

Bei Beschäftigung von sozialversicherungspflichtigen Mitarbeitern, Minijobbern und Auszubildenden benötigen Sie eine Betriebsnummer der Agentur für Arbeit. Diese ist Grundlage für die Anmeldung zur Sozialversicherung.

Außerdem müssen Sie Ihre Beschäftigten bei der Krankenkasse zur Renten-, Kranken/pflege- und Arbeitslosenversicherung anmelden. Minijobber (geringfügig oder kurzfristig Beschäftigte) werden bei der Minijobzentrale angemeldet.

Steuern

Stellen Sie sich von Anfang an auf Ihre Pflichten gegenüber dem Finanzamt ein. Informieren Sie sich über Ihre steuerlichen Pflichten und Möglichkeiten, die notwendige Art der Buchführung und des Jahresabschlusses. Das Finanzamt wird über Ihre gewerbliche Tätigkeit vom Gewerbeamt informiert, sendet Ihnen einen „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ zu und teilt Ihnen eine Steuernummer mit. Schätzen Sie Ihre Umsatz- und Gewinnerwartung realistisch ein, denn anhand Ihrer Angaben werden ggf. Ihre Vorauszahlungen festgesetzt.

Nach Eröffnung

Nach dem Unternehmensstart sollten Sie ständig den Überblick über Ihre Organisation und Ein- und Ausgaben haben, nach Optimierungsmöglichkeiten suchen und sich ggf. weiter beraten lassen. Nutzen Sie dazu auch die Serviceleistungen der IHK und HWK als Interessenvertreter der gewerblichen Wirtschaft sowie ggf. die Beratungsförderung des Bundes (Gründercaching Deutschland) oder die Beratungsförderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).